Der endgültige Beweis

In vielen Dingen unterscheidet sich die Endstation von anderen herkömmlichen Vereinen, aber in einem Punkt ist es beim FCEH wie überall anders: die Gefahr, dass man nach einer Siegesserie überheblich wird und dann hart am Boden der Realität landet, ist relativ hoch. Nicht nur diese Gefahr gab es am Sonntag in der WAF Gruabn zu bändigen, auch einige Abwesenheiten machten dem Trainerteam etwas Sorgen.

So fielen mit Schmidt und Greil die beiden Stammliberos aus, als Ersatzmann hatten Coach Fekete und Co Dosek Marcell Muschal auserkoren. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Neben dem Neo-Libero verteidigten Pichler links und Gold rechts, im Tor stand der heuer bärenstarke Pongracz. Ein junges Mittelfeld mit Aistleitner, der von Spiel zu Spiel stärker wird, Holzmann, Dosek und den beiden Stobl-Brüdern sollte ordentlich Druck erzeugen und die beiden Spitzen Figl und Zowak mit Bällen versorgen.

Die Endstation, die sich zu Beginn wieder einmal schwer tat, ins Spiel zu finden, wurde wieder einmal von einer unglaublichen Fan-Schar begleitet. Trotz Spielortes in Wien-Brigittenau und gefühlten fünf Grad sangen sich wieder 15 mitgereiste Anhänger die Seele aus dem Leib. Ob sich der Gegner deswegen etwas eingeschüchtert fühlte oder der FCEH langsam aber sicher das Kommando am Platz übernahm – jedenfalls wurde das Gefühl auf der gelb-schwarzen Bank von Minute zu Minute besser.

Dynamo, von der letztwöchigen Niederlage gegen ISG (0:6) scheinbar angeschlagen, überließ unserer Elf das Spiel zum größten Teil und konnte sich gegen Figl und Dosek zumeist nur mit Fouls helfen. Den ersten Torschrei hatten die Gelb-Schwarzen nach 20 Minuten auf den Lippen, ein traumhafter Freistoß von Dosek knallte aber nur gegen das Lattenkreuz. Der Gegner verlegte sich auf seltene, aber gefährliche Konter. Nach einem der ganz wenigen Fehler von Marcell Muschal rettete Pongracz, als er einen Schuss eines Angreifers, der ganz allein vor ihm aufgetaucht war, glänzend parierte. Einige Minuten später aber die verdiente Führung für den FCEH. Oliver Strobl zirkelt einen Freistoß von links an die Latte, der Ball springt Dosek genau vor die Füße, der lässt sich nicht zwei Mal bitten und trifft mit rechts per Volley zum 0:1 (26.).

Der Knoten war geplatzt, und besonders Figl schien die Spielfreude zu packen. Nach einigen gelungenen, aber erfolglosen Aktionen spielt der heute wieder sehr starke Oliver Strobl den Ball zu unserem Sturmtank, der schüttelt seinen Gegenspieler ab und trifft vom 16er per Innenstange genau ins Eck (30.). Eine beruhigende Führung, der FCEH zog jetzt wieder sein gewohntes Kombinationsspiel auf und versuchte Figl immer wieder gefährlich in Szene zu setzen. Das gelang zumeist auch, bei einer Chance unserer Nummer 2 war der Tormann bereits geschlagen, ein Verteidiger kratzte den Ball aber noch von der Linie. Der Halbzeitstand bei nasskaltem Wetter lautete 0:2.

In der Pause nahm Coach Fekete Aistleitner aus reinen Fairnessgründen, was die Einsatzzeit betrifft, vom Feld und brachte Peter Weese ins Spiel. Aistleitner hatte bis dahin ein tadelloses Spiel gezeigt, da aber alle in etwa gleich viel spielen sollen, blieb der Neuzugang in der Kabine. Weese kam als zweite Sturmspitze neben Figl, Zowak und Dosek rückten jeweils eine Position nach hinten. Wichtig war unserem Team vor Allem, die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Halbzeit ohne Gegentor zu überstehen. Das gelang mit etwas Glück auch, denn auch der Gegner hatte zur Pause umgestellt und sich ein Übergewicht im Mittelfeld erspielt.

Doch die Endstation schlug genau im richtigen Moment eiskalt zu. Mitten in einer Drangperiode von Dynamo Donau schlägt Dosek einen Corner in den Strafraum, keiner fühlt sich für Figl verantwortlich, der bedankt sich und schnütz den Doppelpack (59.). Das war der Knackpunkt im Spiel, der Gegner suchte zwar weiterhin sein Heil in der Offensive, wirklich daran geglaubt hat aber wohl niemand mehr an eine Wende.

So kam es, wie es kommen sollte: Nach einer schönen Kombination über Zowak und Figl überspielte Oliver Strobl, der im ersten Durchgang noch eine große Chance vergeben hatte, den Tormann und knallte den Ball ins leere Tor (70.). Beim FCEH begannen jetzt die fröhlichen Wechselspiele: Auer kam für Dosek (71.), Püsche für Florian Strobl (74.) und Michi Muschal für Figl (80.). Der Top-Scorer hatte Sekunden nach seiner Einwechslung sein achtes Saisontor am Fuß, konnte den schweren Ball aber nur neben das Tor setzen. Christian Pichler rundete das Spiel fünf Minuten vor Schluss mit einem abgefälschten Schuss, der den Weg ins Tor fand, noch zum 5:0 ab (86.).

Fazit: Dass der FCEH kicken kann, wusste man schon vorher. Doch wie das Team mit den vielen Änderungen (Marcell Muschal als Libero, ein Sturmduo, das noch nie heuer zusammengespielt hatte, Flo Strobl auf der ungewohnten linken Seite) so gut zurecht kommt und so ein Spiel derart souverän nach Hause spielt, ist schon beeindruckend und der endgültige Beweis, dass in dieser Mannschaft echte Qualität steckt. Nachdem ISG bereits am Freitag bei Wisla Wien mit 1:2 unterlag, ist die Endstation neuer Tabellenführer!

FCEH:

——————–Figl (80. Mi. Muschal)—————–Zowak——————–
F. Strobl (74. Püsche)———————-Dosek (71. Auer)——————–O. Strobl
———————–Aistleitner (46. Weese)————-Holzmann———————-
Pichler————————————-Ma. Muschal—————————-Gold
——————————————–Pongracz————————————

0:1 Dosek (26., O. Strobl)
0:2 Figl (30., O. Strobl)
0:3 Figl (59., Dosek)
0:4 O. Strobl (70., Figl)
0:5 Pichler (86.)

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1 Kommentar

  1. …und neben dieser beeindruckenden serie gabs auch endlich wieder ein essen beim chienesen. leider konnten nicht alle mitkommen, aber die, die da waren strahlten und freuten sich auf die nächste herrausforderung am sonntag, das hat mich sehr beeindruckt- ich glaub so ein lachen von ganz tief drinnen hab ich zum letzten mal zu weihnachten vor 10 jahren gesehn, als meine tochter ihre erste puppe bekommen hat!; ganz besonderns freu ich mich über unseren neuen „wiederbelebten“ sturm, figl – zowak, für die jüngeren zur erklärung: legendär (das sind die beiden) heißt auch zumeist ziemlich alt (das sind die beiden auch) heißt aber nicht uninteressant (das sind die beiden sicher nicht)- großes lob den steuermännern diese variante nochmals auszugraben!
    nächste woche ein 6 punkte spiel- für die tabelle. zum verlieren gibts eigentlich nix mehr, nach so einem lauf! und was auch immer die nächsten spiele bringen werden, schauts drauf dass euch das strahlen und die freude bleibt, so wie beim chienesen, so wie zu weihnachten vor 10 jahren.
    aber was am aller spektakulärsten ist: da hast du den aktuellen führenden der torschützenliste in den eigenen reihen und setzt ihn einfach mal für 80 minuten auf die bank- verhöhnung des gegners? nein keinesfalls- einfach eine unglaublich mental starke truppe. zum drüberstreuen sei aber auch noch erwähnt, dass der bisher stärkste „abräumer“ und die flinkeste spitze noch gar nie zum einsatz gekommen sind. viel potenzial, sehr viel….

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