Die Endstation lässt nicht locker

Die Mannschaft des FCEH fand sich, im Vergleich zum Gegner, traditionell spät im Kabinentrakt des Postsportplatzes ein. Dort angekommen wurden die feinen Nasen der Gelb-Schwarzen aber wieder einmal auf eine harte Probe gestellt. Zur Ablenkung präsentierte Wimmer dafür der Mannschaft die neuen Aufwärmshirts, die uns ein neuer Sponsor freundlicherweise finanzierte.
Es folgte eine Ansprache des Trainers, in der er dem Team klarmachte, dass heute ein Sieg her muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Poschenreithner erklärte die Partie vor der Mannschaft zum Schlüsselspiel, und so trat die Endstation auch von Anfang an auf. Wie immer konnten sich unsere Jungs auf die Unterstützung einer großen Fangruppe, die wie eine musikalische Wand hinter der Mannschaft stand, verlassen.

Die Fans kamen diesmal pünktlich zu Spielbeginn, auch weil der Schiedsrichter den Anpfiff leicht nach hinten verschob. Sie verpassten in den ersten zehn Minuten aber nicht viel – die Endstation hatte nach einer Viertelstunde Glück, als der Gegner den Ball aus drei Metern nur an die Stange und nicht ins Tor brachte. Spielerisch kam von Bastille aber eher wenig, immer wieder versuchte es der Gegner mit hohen Bällen aus dem Halbfeld. Die Endstation zeigte zwar auch schon spielerisch bessere Leistungen, kombinierte aber ganz gefällig. Die einzige Spitze, Michi Muschal, startete nach 24 Minuten ins Loch, Dosek hatte das Auge für den Stürmer, und Muschal traf aus spitzem Winkel genau ins Kreuzeck – eine Erlösung für unseren „Muschalmi“, der in den letzten Spielen eher durch das Vergeben von Chancen herausgestochen war. Die Fans dankten es ihm mit einem neuen eigenen Gesang.
Doch zwei weitere hochkarätige Chancen (Kopfball nach Freistoß bzw. allein vor dem Tor, Vorlage je von Dosek) ließ der 22-Jährige aus.
Bis auf die Schrecksekunde in der Anfangsphase hatte Bastille praktisch keine Torchance, operierte aber weiterhin ausschließlich mit langen hohen Bällen. Ein solcher wurde dem FCEH dann kurz vor der Pause zum Verhängnis. Gold und Wimmer sind sich nicht einig, wer zum Ball geht, der Stürmer nimmt die Einladung an, sprintet in den freien Raum und wird von Wimmer an der Strafraumgrenze niedergerissen (45.). Beim fälligen Elfer hatte Mayer keine Chance – der gehaltene in der letzten Runde war aber auch der wichtigere.

So ging es mit einem unverdienten Unentschieden in die Pause, und der FCEH bekam das Tor zum Ausgleich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der Coach stellte zur Pause um, wechselte die beiden Außenverteidiger (Fekete und Pichler für Gold und Velharticky) und brachte Figl als zweite echte Spitze. Für ihn blieb Wimmer auf der Bank. In Hälfte 2 mussten die Fans nicht so lange auf Action warten: nur vier Minuten waren gespielt, als Michi Muschal nach einem abgeblockten Schuss seines Bruders einfach abzog und flach ins Eck traf (49.). Die Endstation war wieder vorne und hatte jetzt das Selbstvertrauen und die Sicherheit, das Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben. Kurz danach verließ Püsche den Platz, für ihn kam Auer (56.).
Weiter spielte vorwiegend die Endstation, Bastille wurde nur durch Standards gefährlich. In der 71. Minute dann die endgültige Entscheidung. Figl nutzt einen Fehler in der Bastille-Abwehr, zieht in den Strafraum und trifft – ähnlich wie Michi Muschal beim 1:0 – genau ins Kreuzeck. Riesenjubel jetzt am Feld und auf den Rängen. Keiner glaubte mehr daran, dass die Bastille noch einmal zurück kommen kann. Und das konnte sie auch nicht. Bis auf eine gefährliche Eckballserie (5 Ecken in Folge!) war von unserem vorrübergehenden Tabellennachbarn nichts zu sehen.
Für allgemeine Erheiterung sorgte noch Florian Strobl, als er nach vier bereits vollzogenen Wechseln eben einen solchen forderte. Die gegnerischen Zuschauer haben „Susi“ dann freundlicherweise erklärt, dass das nicht möglich sei.
Am Ende gabs wieder mal die Welle mit den heute wieder großartigen Fans und die Erkenntnis, dass der FCEH wieder zu seiner Form gefunden hat. Nach drei Siegen in Folge stimmt auch das Selbstvertrauen, um den Torpedos aus Hietzing drei Punkte zu stehlen!

FCEH:
—————-Mi. Muschal——————
————Dosek—————————-
Püsche———-Ma. Muschal———–O. Strobl
———-Schmidt———-F. Strobl————
Gold————Wimmer————–Velharticky
——————Mayer————————-

1:0 Mi. Muschal (24., Dosek)
1:1 Kropitz (44., Elfer)
2:1 Mi. Muschal (49., Ma. Muschal)
3:1 Figl (71.)
Wechsel: Pichler für Gold (46.), Fekete für Velharticky (46.), Figl für Wimmer (46.), Auer für Püsche (56.)
Gelb: Wimmer (44., Foul)

10 Kommentare

  1. das erste spiel, welches bis auf ganz wenige fehler und dem umstand, dass halbzeit 1 wirklich nicht schön zum anschauen war, zu 100% nach taktischer vorgabe gespielt wurde. welche das war wird natürlich nicht verraten. nur soviel: auch die torpedos aus hietzing können damit bezwungen werden ?

  2. Vielen Dank für den sehr schnell und sehr gut geschriebenen Spielbericht.
    Ich freu mich immer wenn die Fans erwähnt werden, ob in unserem oder im gegnerischen Bericht:
    fcbastille.at

    Lukas
    PS: Im neuen Gesang kann jeder Spielername eingesetzt werden, je nachdem wer das Tor schießt…

  3. bloß so: den akademikern aus hietzing ist wohl zum meistertitel zu gratulieren. ungefährdet und mit einer beeindruckenden rückrunde (kein punkteverlust), sowie lediglich 2 niederlagen in der hinrunde. Eine dieser niederlagen setzte es gegen die endstation, spielerisch (damals) gleichauf mit dem meister in spe und etwas mehr glück. die niederlage gegen afa mil. dürfte wohl eher darauf zurückzuführen sein, dass sich die hietzinger ihrer macht schon zu sicher waren und wenig verständnis für das „bodenständige“ auftreten der afa mil buben hatten.(nachzulesen auf der übrigens immer aktuellen und tollen seite http://www.afc-hietzing.at/)
    die torpedos hingegen, ebenso eine super serie in der rückrunde, lassen sich von den in der rückrunde schwächelnden royals aus vienna vom platz fegen (9:1) und jeder der nicht dabei war, fragt sich wieso? wir werden es beim nächsten aufeinandertreffen wissen, ein weiteres schlüsselspiel für den fceh, will man vorne no a bissl mitmischen. sollte es also gelingen sich bei den torpedos für die niederlage in der hinrunde zu revanchieren, wird es auch für die bastille schwer (harte auslosung für die letzten 3 runden) den 3 platz zu halten. wird jedenfalls ein spannendes finale. an dieser stelle noch zu erwähnen, dass das „nachfeiern“ gemeinsam mit einigen herren der bastille ein wahrer genuß war- so sollte hobbyfußball sein! und noch ein wort zum schiri: entscheidungen können natürlich, je nach sichtweise und leibchenfarbe, richtig oder falsch gesehen werden und ich war an diesem abend nicht immer mit den pfiffen des unparteiischen einverstanden, doch was mich wirklich beeindruckt hat, war die ruhe die dieser herr ausgestrahlt hat, sich nach jeder entscheidung „rauszunehmen“, auf die kleinen beschwerden von spielern, auf zurufe aus dem fansektor, oder der bank einfach nicht zu reagieren (es gab an diesem abend nichts böswilliges!), nicht auf wichtig ein paar verstreute fans von der bank auf die tribühne zu schicken- das find ich echt klasse, ehrlich!

  4. Das ist sehr lieb, wir nehmen die Gratulationen aber erst an, falls wir am Sonntag tatsächlich gewinnen sollten.
    Gegen die echten (??) Millionäre werden wir aber – ganz gleich wie die Spiele bis dahin ausgehen – trotzdem nochmals 150% motiviert sein. Zu tief sitzt da noch der Stachel aus dem Hinspiel.. Es würde uns sehr freuen, wenn die Endstation in der Schlußabrechnung weiter (nur nicht ganz 😉 ) oben zu finden ist und wir werden alles daran setzen unseren Beitrag dazu zu leisten!

    Ich war übrigens am Freitag gegen die Bastille dabei, ist sehr lustig bei Eurem Fanclub da oben :).. Vllt werd ich mich da öfters dazu gesellen!

    Liebe Grüße aus Hietzing

  5. Sorry für den saublöden Elfer, ich war gedanklich schon in der Kabine, aber leider sind 60 Sek. nicht immer 60 Sekunden, zumindest nicht bei einem Schiri 😉 Bin daher umso mehr erfreut, dass wir diese Partie noch so souverän gewonnen haben und mein blöder Aussetzer keine Konsequenzen hatte.

    Alles Gute für das Dienstagsspiel !

  6. speziell dem mika: ich habs in der früh schon gelesen, hat mir aber keine ruhe gelassen: 60 sek. können in manchen lagen des lebens verdammt kurz, aber auch sehr sehr lang sein ! ich glaub jeder erfahrene mann kann ein lied davon singen. aber ernst: hab noch nie gelesen, dass sich ein stürmer für vergeben chancen entschuldigt hat, od. der trainer für a miese aufstellung. soll heißen- niemals nie mag ich eine „sorry“ hören/ lesen, höchstens weil du vergessen hast dem erfolgschoach nach dem spiel a bier zu zahlen!

  7. eine entschuldigung wäre wirklich nicht notwendig gewesen, da muss/darf ich dem coach recht geben!…allerdings möchte ich dennoch anbringen, dass ich es toll finde, 1. wenn sich der mika anscheinend gedanken macht und 2. wenn er sich dann auch zu solch zeilen hinreißen lässt…meiner meinung nach zeugt das von charakter!!…respekt.

  8. also so wie ich das nach den samstag-spielen sehe, werden wir uns am dienstag den 2.tabellenplatz holen und diesen dann nicht mehr hergeben =)…

  9. soeben die samstags überraschungen, wie hr. auer, gesehen. gleich vorweg: des is die chance und von der papierform her sollt es möglich sein. t hietzing verliert im letzten spiel gegen die königlichen aus vienna 9:1. kopfzerbrechen macht sich der trainerstab allerdings schon über das nächste heimspiel gegen palla a centro, die den tabellenzweiten mit ungewohnt hohem ergebnis vom platz fegen und zwar noch immer 9 in der tabelle sind, aber mit tollen ergebnissen, auch immer äußerst knappen niederlagen, aufgezeigt haben. die chancen, nach einer derart durchwachsenen saison, stehen wirklich sehr sehr gut, ABER wie schnell es rauf oder runter geht, davon kann im moment wirklich jeder der ersten 6 der tabelle ein lied singen

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