Die Endstation schlägt sich selbst

Nachdem sowohl unsere Cup-Partie, als auch Runde 1 der Meisterschaft wetterbedingt abgesagt bzw. verschoben werden musste, ging es am Sonntag bei traumhaften Bedingungen zu den altbekannten Vienna Vibes. Gleich rein ins Spiel – die Endstation, im Tor mit Paludo, davor mit Schmidl, Aistleitner, Gold, Sladky und Nemeth, im Mittelfeld mit F. Schramm, Perzl und vorne drin mit Zenuni, Dosek und Weese angetreten, findet schnell ins Spiel und wird früh für die Bemühungen belohnt. Einwurf Schramm, Kopfball-Verlängerung von Weese und ab damit in die Maschen – Schmid sorgt für die frühe gelb-schwarze Führung (4.)!

Das Tor tut der gesamten Mannschaft gut, es scheint, als ob man genau da weitermachen könnte, wo man im Herbst aufgehört hatte. Zehn Minuten später ist die nächste Jubeltraube in Gelb-Schwarz zu sehen: Weese erkämpft einen Ball bei der Eckfahne, bringt ihn zur Mitte, wo Zenuni nur noch den Tormann umkurven und zum 0:2 einschieben muss (15.).

Eine frühe und komfortable Führung, ein bis dahin souveräner Auftritt. Nach etwa einer halben Stunde kommt aber auch der Gegner zu Chancen, vor allem nach Standards sind die Vibes brandgefährlich. Paludo zeichnet sich bei einigen hervorragenden Abschlüssen der Gastgeber aus und sorgt damit dafür, dass es mit dem 0:2 in die Pause geht. Der erste Vorwurf, den sich die Mannschaft gefallen lassen muss, ist, dass man beim Stand von 0:2 nicht den Sack zugemacht hat. Dosek und Zenuni kamen immer wieder zu Chancen, allerdings ohne Erfolg.

So sehr Halbzeit 1 Freude bereitet hat, so sehr schmerzt der zweite Durchgang. Nach nur fünf Minuten gelingt en Vibes der Anschlusstreffer – ein weiter Ball, der nach vorne geschlagen wurde, hat gereicht, Aistleitner kann die Kugel nur mehr rasieren, und der Stürmer trifft alleine vor Paludo. Jetzt merkte man der Endstation an, dass sie noch kein Spiel in den Beinen hat – die Vibes übernehmen immer mehr das Kommando. Nur noch selten kommt die Endstation vors Tor, aber wenn, dann brandgefährlich. So scheitert unter anderem Schmidl alleine vor dem gegnerischen Tormann, nachdem Dosek ihn per Stanglpass in Szene gesetzt hatte.

In Minute 80 war es dann soweit – die Vibes kommen zum verdienten Ausgleich. Eine der vielen Ecken segelt in den Fünfer, Paludo wird  behindert, und schon liegt das Ei wieder im FCEH-Tor. Ob dem Tor ein Foul vorausgegangen war oder nicht, darüber kann man diskutieren – der Ausgleich war ob des Spielverlaufs allerdings auf jeden Fall verdient.

Es sollte aber noch dicker kommen. Die Endstation-Abwehr, mittlerweile schwer verunsichert, steht weiterhin wackelig, der Gegner spürt, da geht noch was. Und es ging tatsächlich noch was. Nach einem Missverständnis zwischen drei (!) FCEH-Verteidigern bei – richtig geraten – einem hohen Ball wird das 1:2 kopiert, und schwupps – steht es plötzlich 3:2 (85.).

Die Endstation hat ein 2:0 aus der Hand gegeben und steht kurz vor einer Auftaktniederlage. Die letzten verzweifelten Versuche, noch den Ausgleich zu erzielen, enden meist ziemlich abrupt am gegnerischen 16er, man hat nicht das Gefühl, dass hier noch etwas passieren könnte. Doch dann wird Dosek 20 Meter vor dem Tor gefoult, legt sich den Ball zum Freistoß auf und drischt ihn ins Kreuzeck – 3:3 (89.).

Was für ein verrücktes Finish! Eine tolle Partie, eine gerechte Punkteteilung! Schön wärs. Nachdem der schwache, aber keineswegs spielentscheidende Schiedsrichter beim Torjubel anzeigt, es gebe zwei Minuten Nachspielzeit, dreschen die Vibes den Ball ein letztes Mal hoch und weit nach vorne. Dieses heute oft eingesetzte Mittel funktioniert auch diesmal wieder, Aistleitner verliert den eigentlich schon sicher geglaubten Ball, hinter ihm sichert kein Spieler ab, und es kommt, was kommen muss: das 4:3 in Minute 92. Ein Spiel, das man nicht verlieren darf, wurde verloren. Das ist bitter, allerdings haben wir Gott sei Dank nicht lange Zeit, um Trübsal zu blasen. Unser Team hat gut gespielt, Spaß am Kicken gehabt und es endlich auch mal geschafft, ein Spiel gegen die Vienna Vibes zu absolvieren, das nicht von ständigen Gehässigkeiten und Beschimpfungen geprägt war. Dafür auch an dieser Stelle ein Kompliment an den Gegner, der bis auf eine Ausnahme (homophobe Beschimpfungen habt ihr unserer Meinung nach echt nicht nötig) sportlich faires Verhalten an den Tag gelegt hat.

Am Freitag geht’s endlich wieder auf heimischem Platz in der Roggendorf-Road los, gegen die Salzburger Stiere sind auf jeden Fall drei Punkte eingeplant.

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