„Die spielen Hösche mit mir“

Es waren einmal 16 tapfere Endstationelle, die trafen sich eines Abends hochmotiviert. Die Vorzeichen standen schlecht. Das Fehlen des Coaches Püsche machte sich an allen Ecken und Enden bemerkbar. Zudem war der Platz quasi bis zum Anpfiff belegt und machte ein ordentliches Einspielen auf diesem unmöglich. Hinzu kam, dass das Match mitten in die unglaublich intensive Vorbereitungsphase der Endstation fiel und so das gesamte Team schon mit schweren, müden Beinen in Hernals ankam. Zu allem Überfluss fehlte auch noch Coach Püsche. Trotz dieser widrigen Umstände entschieden sich die Endstationellen ab der ersten Minute mit bullen- beziehungsweise dosenähnlichem Pressing in die Partie zu gehen. Nach zehn Minuten sollte dieses eingestellt werden, um die Kräfte gerade in dieser heiklen Vorbereitungsphase und wegen dem fehlenden Coach zu schonen. Den zahlreich erschienenen Gästen wurde auch einiges geboten. So sah man* in Hernals an diesem wunderschönen Abend lange Ballstaffeten, hohes Pressing, einwandfreie Technik, streichelweiche Ballbehandlungen und körperlich robustes Spiel. Besonders herauszustreichen ist, dass der Ball immer wieder in die Tiefe gespielt und dann mit einem oder zwei Kontakten prallen gelassen wurde und so die Spieler von Susa immer mit Gesicht zum gegnerischen Tor und ausreichend Tempo den gewonnen Platz ausnutzen konnten. So war es kaum verwunderlich, dass bald das erste Tor fiel. Die Endstation, so ehrlich mussten wir an diesem Abend sein, lief im Grunde nur hinterher. Um es mit Mag. Johannes Doseks Worten zu sagen: „Die spielen Hösche mit mir“. Die wunderbaren Ballstaffeten waren bei der Endstation nur beim Aufwärmen auf dem Rasenplatz zu erahnen, während des Spiels hielten sich die Endstationellen mit dem Aufblitzen ihrer spielerischen Möglichkeiten nobel zurück. Nach der Pause fiel das Zwei-zu-Null, dann das Drei-zu-Null, das Vier-zu-Null und das Fünf-zu-Null. Erst das Fünf-zu-Eins ist hier wieder erwähnenswert. Wahrscheinlich aufgrund des intensiven Pressings, dass nie wirklich beendet, oder aber auch nie wirklich begonnen wurde – darauf konnten wir uns nach dem Spiel nicht einigen – schwanden die Kräfte vor allem in den letzten Spielminuten. Trotzdem gab sich die Enstation nicht auf, kombinierte sich sehenswert in den Strafraum und bekam einen Handelfmeter zugesprochen. Dem soeben schon zitierten Dosek war es vorbehalten, eine der wenigen Ballberührungen der Endstation auszuführen und verwandelte sicher.
Kommen wir nun, nach dieser haarscharfen Analyse, zu den Erkenntnissen und den Lichtblicken dieses Spiels. Zunächst machte sich das Fehlen des Coaches bemerkbar. Trotz größter Bemühungen konnte Coach Simon die aufgetane Lücke erwartungsgemäß nicht schließen, auch wenn er selbst das Spiel noch einmal etwas beleben konnte, was nicht unbedingt am Spielstand abzulesen war. Kemal Kantemur gab einen endstatinellen Einstand und war der Endstation ein sicherer Rückhalt. Er bewies auch mit dem Ball am Fuß immer wieder Nervenstärke. Zuletzt zeichnete sich vor allem nach dem Spiel ein Lichtblick heraus. In püscheähnlicher gnadenloser Manier teilte Tibor mit der Mannschaft seine Expertise: „Das war nichts. Das war gar nichts. Das war schlecht. Das war richtig richtig mies.“ Der Abend nahm aber dennoch ein versöhnliches Ende, denn dank endstationellem Nachwuchs und finalisiertem Studium standen nach dem Duschen schon einige Runden bereit und das Spiel wurde sofort analysiert und höchstwahrscheinlich die richtigen Schlüsse gezogen. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass sich die Stärken der Endstation mit fortschreitender Stunde und fortschreitendem Flüssigkeitskonsum immer mehr entfalten konnten und so auch dank familiärer Unterstützung die dritte Halbzeit, trotz feierwütiger Marianum, überlegen gewonnen werden konnte. Nach dieser Werbung in eigener Sache freuen wir uns auf zahlreiche Unterstützung beim nächsten Spiel!

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