Eventuell das stärkste Spiel

Das Heimspiel des FC Endstation Hernals gegen Eventus Wien vergangenen Freitag wirkte bereits vor Spielbeginn äußerst vielversprechend: Zur Überraschung aller Schwarz-Gelben wurde es nämlich in der Bezirkszeitung allen Hernalser Bürgern feierlich angekündigt und die Endstation dabei mit dem schon lange überfälligen Ehrentitel „Kult-Team“ gewürdigt. Nicht zuletzt deswegen fand sich eine hochmotivierte Truppe in der postalischen Kabine ein, wo Coach Püsche sogleich die folgende Aufstellung verlautbarte: 

Paludo – Sladky, Stadler, Gold – Breit, Perzl, Schramm F., Nemeth – Hanspeter, Schmidl – Zenuni. Auf der hochkarätigen Bank sollten Aistleitner, Kaminiorz, van Gerven und Zanzinger auf ihren Einsatz lauern. 

Nach einigen taktischen Hinweisen – mitunter auch von unserer neuen Co-Trainerin Anouk, die sich insbesondere dafür starkmachte, dass Breit enormes Pressing auf das gegnerische Tor ausüben sollte – ging man selbstbewusst auf den (Kunst-)Rasen.

Tatsächlich begann das Spiel auf beiden Seiten mit hohem Niveau und der Gegner zeigte bald, dass er sich auch von einem „Kult-Team“ nicht so leicht unterkriegen lassen würde. Das versuchte er leider ziemlich bald nicht mehr nur spielerisch, sondern auch mit einem brutalen Foul an Zenuni klarzustellen, was vom Unparteiischen unter Zudrücken beider Augen mit einer dunkelgelben Karte geahndet wurde. Solche Unsportlichkeiten sollten zum Glück eher die Ausnahme bleiben, wobei sich beide Mannschaften allerdings im gesamten Spiel auch körperlich nichts schenkten. Schön langsam füllte sich unterdessen die Tribüne mit Endstation-Fans – sei es durch unser hohes Spielniveau, sei es durch das Bier, sei es durch das angenehme Wetter oder sei es gar durch die überraschende Information in der Bezirkszeitung „Der Eintritt ist frei!“ angelockt –, die uns an diesem Abend wieder stimmkräftig unterstützten und durch das Spiel trugen. 

Im Laufe der ersten Hälfte konnte man auf beiden Seiten gut herausgespielte Torchancen bewundern; auf Seite der Ratten seien hierbei allen voran Breit und Zenuni hervorgehoben (die vermutlich die Co-Trainerin nicht enttäuschen wollten), allerdings waren es leider keine hundertprozentigen. In der 37. Minute schließlich klingelte es endlich, unglücklicherweise auf der falschen Seite: Bei einem Eckball von Eventus kommt ein Angreifer ungehindert zum Kopfball, den er mit erstaunlicher Kraft ins rechte Eck wuchtet. Der Verfasser berührt die Kugel zwar noch, kann sie aber leider nicht entschärfen – 0:1. Dies sollte zugleich auch der Pausenstand sein.

In der Pause waren kurioserweise beide Mannschaften davon überzeugt, eindeutig die bessere am Platz zu sein. Aufgrund der spürbar neutralen Berichterstattung sei angemerkt, dass sich hierbei zumindest eines der Teams irrte, wenn nicht sogar beide – denn das Match wirkte bis dato sehr ausgeglichen. Gewechselt wurde beim FCEH zur Halbzeit nicht; die aus der Ferne von Dosek im Falle eines Siegs angekündigte Palette sorgte allerdings augenscheinlich für zusätzliche Motivation in den schwarz-gelben Reihen. 

Mit dementsprechendem Biss startete die Endstation in die zweite Halbzeit und wurde gleich in der 48. Minute für ihr Engagement belohnt: Hier zeichnet sich Perzl durch einen genialen Pass auf Breit aus, der genau dort steht, wo ihn die Co-Trainerin haben wollte; dieser flankt herrlich auf Nemeth, der wiederum durch „geschicktes Urgieren von hinten“ seinen Gegenspieler regelrecht zum Eigentor zwingt, welcher daraufhin den Ball besonders schön und unhaltbar für den Torhüter im langen Eck unterbringt (wobei Nemeth dies sicher mindestens ebenso schön hinbekommen hätte). Eigentlich müsste dieses Tor aufgrund der beachtlichen Stürmerleistung für Nemeth gezählt werden – in dubio pro aggressore – aber man kann nicht alles haben, Hauptsache 1:1.

Auch in weiterer Folge kam die Endstation immer wieder gefährlich vor den eventuellen 16er, der Gegner aber mittels Konter ebenso in den des „Kult-Teams“. Um frischen Wind hereinzubringen, kam in der 58. Minute Aistleitner für Zenuni, in der 64. Minute Zanzinger für Stadlerini. Beide hatten den Fans eine tolle Leistung geboten. Nach wie vor ergaben sich Chancen auf beiden Seiten, für Eventus meistens über Standards: Ein gefährlicher Freistoß landet nach unangenehmem Aufsitzer auf dem Handschuh des Verfassers, ein späterer in der solide stehenden und völlig furchtlosen Endstation-Mauer.

Für die Schlussoffensive der Endstation kommen nacheinander Kaminiorz für Schmidl und van Gerven für Hanspeter, die den Ratten helfen, noch einmal so richtig Vollgas zu geben, um den ersehnten Siegestreffer zu erzielen. Umgekehrt hat Eventus ebenso die Chance auf den Sieg noch nicht aufgegeben und gelangt mit einer gefährlichen Aktion vor das Tor der Endstation, wo ein Stürmer, bevor er zum Schuss kommt, im Strafraum bei einem Pressball niedergeschrammt wird (ohne hierbei zu sagen, von wem) und leider schwer verletzt vom Feld humpeln muss. Auch hier beweist der Unparteiische ein gutes Auge und gibt Gott sei Dank keinen Strafstoß – dem Eventus-Legionär sei im Namen der Endstation gute Besserung ausgerichtet! Auch die guten Aktionen des FCEH in der heißumkämpften Schlussphase können an dem wohl für beide Mannschaften enttäuschenden, aber letztendlich dennoch verdienten Unentschieden nichts mehr ändern. Ob der vorbildlichen Spielleistung auf beiden Seiten kann man jedoch mit dem Eventus (lat. = Ergebnis) von 1:1 durchaus auch zufrieden sein.

Gratulation an dieser Stelle an das Team von Eventus zu ihrer starken Leistung und auch an den Unparteiischen für seine überaus gute Pfeifkompetenz – solche Schiedsrichter könnte man sich in der DSG öfter wünschen. Aufgrund dieses Unentschiedens wird es natürlich nun um einiges schwieriger, den Tabellenführer Vibes (10:0 gegen Sektor 17) noch rechtzeitig einzuholen, aber zumindest bleiben wir derzeit mit den meisten geschossenen und wenigsten bekommenen Toren die Sieger der Spezialtabelle. Wir bedanken uns bei den Fans für die Unterstützung und hoffen jedenfalls nächsten Sonntag gegen Meidling wieder auf nicht mehr nur eventuelle drei Punkte!

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