Vom Jäger zum Gejagten

Es war mal wieder soweit. Der Freitag war gekommen und dies konnte nur bedeuten: Heimspiel der Endstation. In den vergangenen Wochen konnte man sich viele Siege erarbeiten und so ging man als Tabellenführer in das Spiel.

Coach Püsche machte der Mannschaft noch vor dem Spiel klar sich nicht auf die Tabelle zu konzentrieren, sondern von Spiel zu Spiel zu denken und heute wieder alles für einen Sieg zu tun.

Die Startaufstellung war wie folgt: im Tor van Gerven – die Verteidigung bildete das Trio Schramm F., Stadler und Gold – das Mittelfeld beackerten Nemeth, Dosek, Perzl und Breit – in der Offensive Auer, Zenuni und Havlik.

Von Anfang an war das Spiel durch harte Zweikämpfe geprägt. Die Räume waren zugestellt und so konnten die Ratten aus Hernals ihr gewohntes Offensivspiel nicht nach Plan durchziehen.

Schon innerhalb der ersten 30 Spielminuten erhielt der Gegner, aufgrund seines rauen Zweikampfverhaltens, zwei Gelbe Karten. Wenn sich das mal nur nicht rächt…

Obwohl die erste Halbzeit grundsätzlich ereignislos blieb, musste die Endstation einen Gegentreffer hinnehmen, nachdem man nach einer Ecke den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum bekam. Unglücklich, aber kein Grund Trübsal zu blasen, immerhin wusste man um die eigene Stärke Tore zu schießen Bescheid.

In der Halbzeit wurden zwei Wechsel vollzogen: für Auer und Havlik kamen Weese und Schmidl.

Von Coach Püsche wurde innerhalb der Formation noch umgestellt, so rückte Breit in die IV, Schramm F übernahm im Mittelfeld für Dosek, der wiederum in die Offensive rückte.

Mit dieser Elf hieß es nun den Sieg einzufahren.

Doch leider änderte sich am Spielverlauf zunächst nicht viel. Weiterhin wurden viele Zweikämpfe geführt und der Gegner betrieb noch immer viel Aufwand in der Defensivarbeit, wodurch nicht viele Räume entstanden.

Dann kam es wie es kommen musste. In der 50. Spielminute, wieder eine Standardsituation gegen die Endstation und wieder war der Ball im Tor. So lief man nun einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher.

Nur ein paar Minuten später musste die Gegner aus Meidling ihrer harten Spielweise Tribut zollen. Nach einem Zusammenstoß im Strafraum musste ihr Torhüter mit einer Verletzung ausgewechselt werden. Aber hier kann man Entwarnung geben, denn nach einem kurzen Schwätzchen in der Dusche erfuhr der Schreiber dieses Berichts aus erster Hand, dass die Verletzung nicht so schlimm sei und es dem Goalie wieder gut ging.
Doch zurück zum Spiel: Nun war ordentlich Pfeffer drin. Die Endstation wusste um ihre Chance, denn der Gegner hatte nun keinen gelernten Tormann mehr zwischen den Pfosten stehen. Zunächst konnte der FCEH noch keinen Vorteil daraus ziehen, denn man erhielt noch das 0:3 in der 65. Spielminute.

Danach war der Arbeitstag für den viel arbeitenden Breit zu Ende und er konnte sich zu den Fans bewegen, um von der Tribüne weiter für die Mannschaft da zu sein. An dieser Stelle ein Großes Danke an die Fans, die wieder zahlreich erschienen sind und bis zum Schluss die Mannschaft nach vorne gepeitscht hat. Für Breit kam Kaminiorz ins Spiel.

Zwei Drittel waren gespielt und der Spielstand könnte ein besserer sein, doch aufgegeben wird nur ein Brief. Und so versuchte die Endstation weiterhin noch das, zum jetzigen Zeitpunkt, schier Unmögliche möglich zu machen.

Das Spiel ging weiter in seiner rauen Tonart. So kam es wie es kommen musste. Die Meidlinger mussten, ob ihrer harten Gangart, ein weiteres Mal Tribut zollen. Einer der Herren, der schon früh im Spiel eine Verwarnung erhielt, nachdem er unsauber Stadler gefoult hatte, musste nach wiederholten Ball wegschießen, mit Gelb-Rot vom Platz.

Kurz danach kam für Nemeth noch Zinaldin.

Endlich in der 77. Spielminute war es dann soweit. Zenuni verkürzte zum 1:3. Mit dem Wissen ein Mann mehr zu sein und dass der Gegner keinen gelernten Torhüter mehr hatten, liebäugelte man in diesem Moment mit einem möglichen Unentschieden. War nur zu hoffen, dass Fortuna den sich aufopfernden Spielern der Endstation hold erweisen würde.

Kurz darauf erhielt der Gegner seinen zweiten Platzverweis. Wieder war es einer von dem schon erwähnten Duo, die schon früh im Spiel verwarnt worden waren. Mit zwei Mann mehr musste es nun gelingen. Auch wusste man, dass, aufgrund der Verletzungspause vom gegnerischen Goalie und den zwei Ausschlüssen, die Nachspielzeit nicht zu kurz ausfallen wird.

Die Ratten spielten einen Angriff nach dem anderen heraus und bemühten sich redlich. Dann war es soweit. In der 88. Spielminute erzielte Weese den Anschlusstreffer. Ein Mix verschiedener Gefühlslagen war auf, als auch abseits des Feldes zu sehen.

Die Endstation steckte nicht zurück und griff weiter an. Die Meidlinger ähnelten einem angeschlagenen Boxer, der in den Seilen hing und sich nur irgendwie zum erlösenden Gong retten wollte. Doch da erwischte man mit der Endstation den falschen Gegner. Die Angriffe hörten nicht auf und jeder wusste nun, dass der Ausgleich noch zu holen ist.

In der 92. Spielminute belohnte sich die Ratten aus Hernals für ihre Arbeit und erzielten den Ausgleich! Große Freude machte sich breit auf dem Postsportplatz. Doch Vorsicht! Noch war das Spiel nicht vorbei. Man wusste, ein paar Minuten wird es noch gehen und ein Unentschieden war nun nicht mehr genug. Man ging für den Knockout!

Die Meidlinger mühten sich das Spiel jetzt nur irgendwie zu einem Ende zu bringen und mit zwei blauen Augen aus Hernals von dannen zu ziehen. Doch diesen Gefallen gewährte die Endstation ihnen nicht.

  1. Spielminute: pure Ekstase machte sich auf dem Postsportplatz im 17. Wiener Gemeindebezirk breit. Zenuni machte das Wunder wahr und stellte den Endstand von 4:3 her. Die Endstation geht doch noch als Sieger vom Platz. Man fiel sich in die Arme und jeder freute sich mit dem anderen. Es war eines dieser Spiele, die man wohl nicht so schnell wieder vergessen wird.

Nach dem Spiel feierte man noch lange in der Kantine und bis spät in die Nacht ertönte aus eben diesen Räumlichkeiten: „…top of the league, top of the league…“

Dieser Moment darf genossen werden, doch das nächste Spiel wartet schon und da heißt es wieder volle Konzentration und weiter Gas geben!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*