Wir haben das Gewinnen verlernt

Nach dem zähen Start in die Rückrunde mit der 0:4-Klatsche gegen Wisla und dem schmeichelhaften 5:3-Sieg über Colombia, sah man bei der Endstation dem Heimspiel gegen den Vorletzten aus Wördern optimistisch entgegen. Tabellenführer gegen Vorletzter, Heimspiel, voller Kader – eigentlich waren alle Voraussetzungen für eine überzeugende Leistung gegeben. Und doch kam alles anders.

Der FCEH, fast vollzählig vertreten, trat nicht wie ein Tabellenführer auf. Die Blue Stars aus Wördern zogen sich sehr weit zurück und beschränkten sich von Anfang an auf die Defensive. Offensiv kam vom Gegner praktisch gar nichts, man ließ die Endstation spielen und begann erst in der eigenen Hälfte, zu attackieren. Der FCEH wusste mit dem vielen Platz, der ihm gegeben wurde, aber wenig bis nichts anzufangen. Durch viele Fouls, teilweise hart, teilweise harmlos, versuchte Wördern den ohnehin nur alle paar Minuten aufkommenden Spielfluss zu durchbrechen. Nach 15 Minuten musste FIgl nach einem Zusammenstoß mit einer Platzwunde am Kinn raus – der erste frühe Schock für Gelb-Schwarz. Gute Besserung an dieser Stelle an „Figerl“!

Echte Chancen waren Mangelware und entstanden eigentlich nur nach Standardsituationen. Kein Wunder also, dass auch eine solche Standardsituation zur verdienten Führung herhalten musste. Nach einem Foul an Dosek an der Strafraumgrenze schob Schmidt den Ball flach ins Tormanneck und traf zum 1:0 (39.). Der Bann war gebrochen, die Last des ersten Tors fiel von den Schultern unserer Mannschaft ab. Nur eine Minute legten die Gelb-Schwarzen nach: Doppelpass zwischen Dosek und Auer, der abgefälschte Schuss von Dosek landet bei Michi Muschal, der eiskalt netzt (40.). Dabei blieb es dann auch bis zur Pause.

In der Pause war man sich eigentlich einig, dass die Endstation genau so weiter spielen sollte, etwas mehr KOnzentration wäre wünschenswert, aber im Großen und Ganzen war das in Ordnung. Was in Halbzeit 2 folgen sollte, hat das Wort Leistung eigentlich nicht verdient. Was die Gelb-Schwarzen da ablieferten, war nicht einmal DSG-reif. Völlig unverständlich machte man einen bereits toten Gegner wieder stark. Nach einem harmlosen Freistoß, den Pongracz scheinbar sicher hatte, stand es plötzlich nur noch 2:1 (50.), der FCEH zeigte daraufhin pure Panik. Die logische Folge: man kassierte auch noch den Ausgleich. Unglaublich, aber wahr: der Gegner hatte in diesem Spiel eine halbe Chance und machte daraus zwei Tore. Anders bei der Endstation: Vorne wurden die Chancen entweder vergeben, oder vom Schiedsrichter, der prinzipiell gut pfiff, aber zu wenige Karten gab, abgepfiffen. So galt Marcell Muschals Treffer zum 3:2 direkt nach dem Ausgleich aus unerfindlichen Gründen nicht, danach wurde die Zeit immer knapper und die Angriffe unserer Mannschaft immer verzweifelter. Der heute sehr engagierte Oliver Strobl versuchte noch einmal, die Mannschaft mitzureißen, was aber nur teilweise gelang. In Minute 95 dann noch einmal Pech für den FCEH: nach einem Freistoß von der Seite gehen vier (!) Gelbe zum Ball, behindern sich aber gegenseitig. Bezeichnend für die derzeitige Situation. Es scheint, als hätten wir das Siegen verlernt.

FCEH:

——————-Figl (15. Mi. Muschal)————-Auer————————
Simkovic(67. Gold)——————Dosek————————-O. Strobl
——————–Aistleitner (75. Krawinkler)——-Holzmann (Ma. Muschal)
Pichler————————————–Schmidt—————–Velharticky
—————————————Pongracz————————————-

1:0 Schmidt (39., Freistoß, Dosek)
2:0 Mi. Muschal (40., Dosek)
2:1 Leitner (50.)
2:2 Behling (73.)

Gelb: Velharticky (16., Foul)

1 Kommentar

  1. autsch! das hat richtig weh getan! 9 gegentore in 3 spielen- 5 davon von den beiden „fixabsteigern“. aber zum glück kommen die wirklichen gegner noch und gott sein dank passt die stimmung (so halbwegs) nach dem spiel in der kantine. der rest kommt von selbst, oder vielleicht tun wir doch a bissl was dazu um vorne mitspielen zu können, zum bsp. nicht nur versuchen den ball laufen zu lassen, sondern endlich wieder mit dem selbstvertrauen und der coolness ins spiel zu gehen, wies möglich, ja sogar nötig is. i bin sicher dann finden wir auch wieder zu unserem erfolgreichen spiel und irgendwann, irgendwann bin i sicher, überreißen wir auch, dass es in fussball keine haltungsnoten (schönes spiel, spiel bestimmende mannschaft) gibt, sondern, dass es auch möglich is erfolgreich zu sein, wenn der gegner „spielt“ und wir warten und die tore machen. i glaub dran und i steh auf die endstation! gute erholung und wenns wo zickt, da masseur is nie da- durchbeißen!

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