Gol, gol, gol, gol, gooooooooool! Das hätte man bei dem Spiel im spanischsprachigen TV oft zu hören bekommen.
Nach dem bitteren 1:1 im Hernalser Derby und der ersten Saisonniederlage am Wienerberg wollten die Schwarz-Gelben Ratten unbedingt eine Reaktion zeigen. In der 6. Runde der DSG Unterliga B war der Tabellenvorletzte, die Neulandschule, am Slovan HAC-Platz zu Gast. Ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollten, um wieder in den Rhythmus des Siegens zu finden.
Trainer Zanzi tanzte an diesem Abend an einem anderen Ort. Vertreten wurde er von Zeiml und dem angeschlagenen Resch. Das Interimsduo schickte folgende Elf im 4-2-3-1 auf den Kunstrasen:
Kastrati
Gold – Schmidl – Zeiml –Nessler
Menschik – Brussich
Rzucidlo – Ortbauer (C) –Voraberger
Rinnhofer
Bank: Bobrovnikov, Delacher, Hanspeter, Khalil, Loibl
Die Endstation wollte von Beginn an hoch stehen und Druck machen. Das wurde schnell belohnt. Nach einem schnellen Vorstoß wurde Rzucidlo im Strafraum zu Fall gebracht: nicht absichtlich, aber genug für den Pfiff. Den fälligen Elfmeter versenkte der Gefoulte in der 4. Minute scharf in den Maschen.
Den perfekten Start machte Menschik nur drei Minuten später komplett. Eine Flanke von rechts auf die zweite Stange schleckte Ortbauer herunter und spielte Richtung Elfmeterpunkt. Dort irritierte Rinnhofer die gegnerische Abwehr mit einem selbstverständlich „absichtlichen“ Luftschuss. Menschik stand hinter ihm am Sechzehner goldrichtig und schob eiskalt zum 2:0 ein.
Die Endstation hatte das Spiel zu diesem Zeitpunkt voll im Griff:
- Hinten ließen Zeiml und Schmidl nichts anbrennen und agierten in der Innenverteidigung solide und spielstark.
- Davor nahmen Menschik und Brussich dem Gegner den Wind aus den Segeln und sammelten nach gegnerischen Abschlägen fast jeden zweiten Ball ein.
- Kapitän Ortbauer machte der Neulandschule als Zehner mit steilen Läufen und Balleroberungen das Leben schwer.
Einige gute Gelegenheiten wurden allerdings nicht konsequent genug zu Ende gespielt.
Kurz vor der Pause wurde dann ein schwacher Abschlag der Gäste knallhart bestraft. Brussich spielte auf Ortbauer, dessen Hereingabe punktgenau bei Rzucidlo landete. Nach einem feinen ersten Kontakt schob er von der rechten Seite im Strafraum flach und scharf ins linke Eck ein, cool wie eine Gurke. 3:0 in der 41. Minute, gleichzeitig der Pausenstand.
Die erste Hälfte war aus Sicht der Ratten richtig solide, es hätten sogar mehr Tore fallen können. Viele tiefe Bälle durch oder hinter die Kette fanden schnell einen Abnehmer, immer wieder entstanden gefährliche Aktionen. Die Gäste hingegen kamen zu keiner einzigen Torchance. Die Vorgabe für die zweite Hälfte war daher klar: dranbleiben, nicht locker lassen, weiter Tore schießen.
Mit unveränderter Elf und breiter Brust ging es zurück auf den Platz, und die Endstation legte gleich los. Nach schönem Zuspiel von Ortbauer landete Rinnhofers Stanglpass bei Nessler. Der wollte den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte knallen, verfehlte aber knapp und versenkte ihn stattdessen im Ballfangnetz hinter dem Tor. Die Enttäuschung währte nur kurz. In der 51. Minute versorgte Rinnhofer Voraberger per Ferse im Strafraum. Der zeigte gleich mehreren Gegnern in Zizou-Manier, wie rutschig der Slovan-Platz sein kann, wenn man verladen wird: 4:0. Ein wichtiger Treffer gleich zu Beginn der zweiten Hälfte.
In der 55. Minute kam Loibl für Gold, der unzählige Zweikämpfe gewonnen und auch offensiv Akzente gesetzt hatte. Gleichzeitig ersetzte Khalil Rinnhofer, der sich über seinen Assist freuen durfte.
Danach wurde das Spiel etwas ausgeglichener. Die Endstation hatte zwar weiterhin mehr Ballbesitz und war die überlegene Mannschaft. Die Neulandschule kam aber über schnelle Kombinationen nun auch vors Hernalser Tor. Einmal zappelte der Ball sogar im Netz, der Treffer wurde jedoch wegen Abseits aberkannt. In einer anderen Szene tauchte plötzlich ein Stürmer allein vor Kastrati auf. Unser Tormann war aber hellwach, kam heraus und klärte. In der 75. Minute brachte die Endstation frische Beine: Delacher kam für den gewohnt unermüdlichen Läufer Nessler, Bobrovnikov für den technisch einmal mehr brillanten Voraberger.
In dieser Phase wurde es auch außerhalb des Platzes lauter. Alte Fangesänge peitschten die Schwarz-Gelben noch einmal nach vorne, und das zeigte in der 85. Minute Wirkung. Nach einem Eckball fiel Loibl der Ball an der Strafraumgrenze vor die Füße. Er nahm ihn einmal kurz an und knallte ihn sehenswert ins linke Kreuzeck zum 5:0-Endstand.
Damit sind die letzten beiden Spiele endgültig abgehakt, und die Ratten sind zurück auf der Siegerstraße. Ein schwarz-gelbes Fußballfest geht mit einem 5:0 zu Ende. Die Energie nehmen wir mit ins nächste Cup-Spiel gegen die Spiceballs, und wir freuen uns schon drauf!
