Die Weste bleibt weiß

Nachdem die Millionarios sogar das taktische Mittel einer Terminverschiebung einsetzten, um dem FCEH im Heimspiel zuzusetzen, gingen die Gelb-Schwarzen, diesmal in ungewohnter Bekleidung, am Ende doch wieder als Sieger vom Platz.

Die ersten Diskussionen gabs bereits vor dem Spiel. Der Gegner hatte im Internet angegeben, komplett in weiß zu spielen, erschienen sind die selbst ernannten Millionäre aber dann ganz in gelb. Ein Glück, dass die Endstation schon vorgesorgt und sowohl die gelb-schwarzen, als auch die roten Dressen eingepackt hatte. Trotz allem wollte man nicht unbedingt in den kurzärmeligen roten Shirts spielen, deshalb gab es eine Spielbekleidung, die es in den 16 Jahren des FCEH noch nie zuvor gab: Stutzen und Hosen rot, Leibchen gelb-schwarz. Wenn sich das nicht rächt…

Fußball hätte dann auch gespielt werden sollen, leider nahm unsere Truppe aber die Vorgabe, die Bälle hoch und weit auf das neu formierte Sturmduo Figl-Schmidt zu sschlagen, etwas zu wörtlich. Aber wenn man einen Lauf hat, dann klappts auch in schlechten Phasen mit dem Toreschießen – so auch heute:

Nach fünf Minuten kommt ein weiter Einwurf von Schramm von links in den Strafraum, in der Abwehr der Millionarios herrscht Verwirrung, die Marcell Muschal zu seinem ersten Saisontor nützt. Mit dem schwächeren rechten Fuß ballert unsere Nummer 7 den Ball in die Maschen (5.). Ein perfekter Start, doch wer dachte, der FCEH würde jetzt befreit aufspielen, der irrte – und zwar gewaltig.

In der Folge waren die heute rot-gelb-schwarzen Jungs so mit der Defensive beschäftigt, dass nach vorne nicht mehr viel ging. Die schillernden Ausnahmen waren Distanzschüsse von Marcell Muschal und Figl sowie eine Cornerserie von O. Strobl. Und so kam es, wie es kommen musste:

nach langem Betteln um das Gegentor erbarmte dich der Gegner und schoss den Ausgleich. Ein scharf geschossener Freistoß wird von einem „Millionär“ so unglücklich abgefälscht, dass der Ball in hohem Bogen über den heute als Tormann debütierenden Michi Muschal, liebevoll „Muschalmi“ genannt, flog (36.).

Mit 1:1 ging es somit in die Pause, in der Coach Poschenreithner wieder einmal die spielentscheidenden Schachzüge vorbereitete. Der Erfolgstrainer zog Dosek nach vorne in den Sturm und stellte auf ein 4-3-3 um, außerdem ersetzten Gold (an dieser Stelle nochmals vielen Dank fürs Kommen und viel Glück in der Wohnung!) und Paul Holzmann und Püsche.

Mit neuer Aufstellung und neuem Elan begann die zweite Halbzeit. Die Endstation spielte plötzlich wie verwandelt, hinten konzentriert, vorne gefährlich. Es dauerte auch im zweiten Durchgang nur fünf Minuten, bis die zahlreich mitgereisten Fans (Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!) wieder einen Treffer bejubeln konnten:

Langer Pass auf Schmidt, der den Ball von der rechten Seite halbhoch zum Sechzehner bringt, wo Dosek das Leder direkt übernimmt und flach ins Eck trifft – 2:1 (51.). Ab diesem Zeitpunkt forderte Poschenreithner, dass erst ab der Mittellinie attackiert werden soll. Eine goldrichtige Entscheidung, denn so hatte der Gegner zwar bis zur Mittellinie endlos Zeit und Platz, in der FCEH – Hälfte fiel den Gastgebern aber überhaupt nichts mehr ein. Velharticky, der in der ersten Halbzeit noch große Probleme mit seinem Gegenspieler hatte, montierte selbigen in den zweiten 45 Minuten völlig ab. Ähnliches gilt für Gold, dessen Gegenspieler ebenfalls keine Akzente mehr setzen konnte.

Nach 66 Minuten schien die Angelegenheit dann entschieden zu sein – langer Pass auf Figl, der spielt alles aus, was sich ihm in den Weg stellt, bringt den Ball von der Grundlinie den Ball noch vors Tor, wo Joker Florian Strobl den Ball nur noch mit „den Tuttln“ (O-Ton O. Strobl) über die Linie drücken musste (66.). Danach passierte nicht mehr viel, leider schadete sich unsere Truppe noch mit zwei Ausschlüssen. Zuerst musste Schramm nach seinem zweiten Foul mit Gelb-Rot vom Platz (84.), danach sah Figl nach zweimaligem Ballwegschießen die Ampelkarte (88.). Bitter, weil vor allem Figls Ausschluss vermeidbar gewesen wäre. Somit fehlen im nächsten Heimspiel mit Fekete, Figl und Schramm gleich drei gesperrte Spieler.

FCEH:

————Figl————————-Schmidt (61. F. Strobl)——

——————————Dosek——————————-

Ma. Muschal———–Holzmann (46. Paul)—————O. Strobl

—————————-Schramm——————————-

Püsche (46. Gold)———–Greil————————-Velharticky

—————————-Mi. Muschal——————————

0:1 Marcell Muschal (5., Schramm)

1:1 (36.)

1:2 Dosek (51., Schmidt)

1:3 Florian Strobl (66., Figl)

Gelb: Püsche (29., Foul), Schramm (41., Foul), Figl (73., Unsportlichkeit)

Gelb-Rot: Schramm (84., Foul), Figl (88., Unsportlichkeit)

[poll id=“23″]

6 Kommentare

  1. Ob der Ausgleich unglücklich abgefälscht war….
    ein schönes und auch verdientes Tor war es jedenfalls.
    Die zweite Halbzeit war dann auch spielerisch schöner,
    wobei ich nicht verstehe wieso immer diskutiert werden muss,
    wenn der Schiedsrichter die Pfeife bläst.
    Protest: JA, aber bitte nur vom Kapitän und den Fans!
    (so darf man auch weiterspielen, wenn der Schiedsrichter auf „Vorteil“ entscheidet, und muss nicht die Hände gen‘ Himmel reißen als wäre ein Field-Goal Attempt für 3Punkte verwertet worden, -Herr Dosek ;-))

    Ansonsten hat es wie immer sehr viel Spaß bereitet und ich freue mich schon auf den Besuch vom FC FI
    -david

  2. Obigen Spielbericht ist da wenig hinzuzufügen, dem Beitrag vom geschätzten David übrigens auch nicht- beschuldigter wird sich bessern, zumal die ständigen Proteste der eigenen Konzentration und vor allem der Sicherheit des Teams äußerst unbekömmlich waren. Im ersten Durchgang war an diesem Abend nicht der Tabellenführer am Werk, sondern ein Team, dessen Grenzen durch schönes Kombinationsspiel und tolle Schnelligkeit bitter aufgedeckt wurde. Um auch gleich wieder beim entscheidenden Punkt angelangt zu sein: das Team, kämpferisch wieder hochklassig, auch geduldig, so konnte die völlige spielerische Irritation ausgeglichen werden. Überragend nur der neue Torwart- ballsicher, wie ein alter Hase- das gab der Abwehr den nötigen Rückhalt. 2. Durchgang, fast 3 Spitzen, Dosek, an diesem Abend nicht im Stande den Mittelpunkt seiner Mannschaft zu stellen, tut dann für 30 Minuten doch das, was er am besten kann- fußballspielen, sehenswerter Treffer und auch als linke Spitze lassen sich plötzlich die Bälle verteilen- viel Platz da draußen, wenig Gegenwehr, das war an diesem Abend genau das Richtige- genauso richtig, wie das 3er Mittelfeld, sowie die nun unerschütterliche Abwehr und der zurückgezogene Sturm plötzlich die Räume so eng macht, dass der nun auch konditionell zurückfallende Gegner chancenlos bleibt. Abstimmung u. Spiel zweite Hälfte wieder Klasse, und endlich!!!! reichen dem FCEH 20 bis 30 Minuten um ein Spiel zu entscheiden.

  3. Kämpferisch wieder 1A – vielleicht wird das mit der spielerischen Linie irgendwann einmal doch etwas. Zur Auswahl der „Man of the match“ würde ich noch Velharticky hinzufügen. Die ersten 10 Minuten hatte der Toptorschütze des Gegners noch die Oberhand, dann aber machte er keinen Stich mehr.
    Am Freitag brauchen wir wieder einen Goalie – ich hoffe, unsere Nr. 2 meldet sich wieder fit oder zumindest unsere Nr. 3 Sladky. Auch wenn Muschigoalie super gespielt hat, is er mir als Muschigoal lieber – dann kann er mit Muschagoal um die Wette ballern.
    Am Freitag wird übrigens ein Tisch beim Chinesen bestellt – wer irgendwie kann, es wäre super, wenn viele Spieler und Fans(!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) dabei wären.

  4. Noch was: Vor dem Spiel wurde uns von „Fussball hat viele Gesichter“ eine Garnitur Dressen überreicht. Somit haben wir nun auch gelb-schwarze Kurzarmdressen und drücken damit unsere Einstellung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aus!

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*