„Zum Glück haben wir dann verloren“

Der eine ist der Steuermann neben dem Spielfeld, der andere übernimmt einen Stock höher auf der Tribüne das Kommando. Warum unser Coach über eine Niederlage froh war und Bayern die Champions League gewinnt: Zwei Häuptlinge im Doppelinterview.

fceh.net: Wie geht es euch nach dieser tollen Saison? Ausgelaugt?

Karl Poschenreithner: Körperlich voll fertig, war ja doch eine lange, aufreibende Saison!! – psychisch wär ich jetzt super drauf und für weitere „Überraschungen“ zu haben.

Andi Hanisch: Naja, die Stimmbänder sind vielleicht etwas lädiert, aber ansonsten geht es der Fangemeinde ganz gut!

fceh.net: Karl, der FCEH hat den dritten Platz erreicht. Zufrieden, oder war mehr möglich?

Karl Poschenreithner: Mehr als zufrieden, da ich ja bei meiner Prognose den 4. Platz als realistisches Ziel angegeben habe. Mehr ist immer drin, speziell, wenn man sooo knapp dran war, wie wir dieses Jahr. Einerseits hätte ich schon viel drum gegeben Meister zu werden, andererseits gab es auch einige Gegenstimmen im Team, die davon gar nix gehalten hätten (aus diversen Gründen). Als hochbezahlter Coach muss ich da meine eigenen Interessen zurückstellen und einen Weg finden mit dem „ALLE“ zufrieden sind- ich glaub das hat geklappt.

fceh.net: Und wie war der Fanklubchef zufrieden mit der Saison?

Andi Hanisch : Ja eigentlich sehr zufrieden. Wir haben sehr viele eindrucksvolle Siege gesehen, hart umkämpfte Unentschieden und leider Gottes auch bittere Niederlagen. Aber das gehört halt auch dazu, aber im Großen und Ganzen kann man sagen wir haben guten Fußball miterlebt. 

fceh.net: Wie schwer war es, die vielen Langzeitverletzten zu kompensieren?

Karl Poschenreithner: Es muss auch in einer Hobbyliga möglich sein, JEDEN zu ersetzten- zumindest spielerisch. Das hat perfekt geklappt und das ist momentan eine der Stärken der Endstation. Menschlich/ freundschaftlich tut mir das aber wirklich weh, wenn Langzeitverletzte nicht zu den Spielen kommen und sich so neben dem spielerischen, zwangsweisen auch freundschaftlich ins „Out schießen“. Ist für mich nicht nachvollziehbar, da es so eine Truppe (und ich hab in meiner aktiven Zeit wirklich viele Truppen kennen gelernt)   nicht nochmals gibt!

fceh.net: Wie würdest du den Zwiespalt beschreiben, die Spieler bei einer Tabellenführung in ihrer Euphorie zu bremsen, wenn man als Trainer selbst euphorisiert ist?

Karl Poschenreithner: Wie oben schon erwähnt, war es für mich wirklich extrem schwer die eigene Euphorie hinten anzustellen und die Interessen ALLER Spieler zu erfüllen. Aber genau das war für mich auch wirklich das Phantastische an diesem Jahr, zu sehen was man noch alles lernen kann. Von der Euphorie der Jungen und des irren Tabellenstandes gepackt, hab ich den Fehler begangen und aus dem „Fußballspaß“ versucht ein „Strategiespiel“ zu machen. Gott sei Dank hat das beim VET – Spiel nicht geklappt und wir haben verloren. Die Tage danach waren für mich persönlich die interessantesten, da – zum ersten Mal- Spieler an mich herangetreten sind und mir ihre Wünsche mitgeteilt haben. Am einprägsamsten sind für mich die Worte von Florian Schramm, der sagte: (frei aus meinem Gedächtnis wiedergegeben) „Ich würds geil finden, den Gegner zu zwingen, mir einmal ein ganzes Match nachzulaufen und nicht umgekehrt!“ Das war die Wende und bei aller taktischen Überlegung kann es wirklich nicht angehen, dass wir uns zwingen lassen, einzelnen Gegnern Spiel für Spiel hinterher zu hirschen. 

fceh.net: Andi, der Fanklub hat nun seine erste Saison hinter sich. Wie lautet dein Fazit?

Andi Hanisch: Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit der Entwicklung. Es hat sich über die Saison ein großer Stamm entwickelt, der bei so gut wie allen Spielen dabei war. Das ist auf jeden Fall eine gute Voraussetzung um das Ganze noch auszubauen,

fceh.net: Mit wie vielen Mitgliedern rechnest du im nächsten Jahr?

Andi Hanisch: Natürlich wünsche ich mir, dass wir noch viele neue Fans am Freitagabend am Postsportplatz begrüßen können, aber wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht, dass sich die Mitgliederanzahl im nächsten Jahr schlagartig erhöhen wird. Wie schon gesagt ist es jetzt einmal wichtig ein gefestigtes Fundament zu haben, das uns auch über die nächste Saison erhalten bleibt. Vielleicht nimmt der ein oder andere ja mal einen Freund mit auf ein Heimspiel, um so neue Mitglieder zu locken. Es wäre auf jeden Fall sehr positiv neue Gesichter im Fanblock begrüßen zu können.

fceh.net: Karl, welcher Spieler hat deiner Meinung nach die größte Entwicklung in diesem Jahr hinter sich?

Karl Poschenreithner: Die Endstation. Ich kann hier keinen einzelnen Namen nennen, weil mir zu jedem ein halber Roman einfällt. Würde das aber, bei Interesse, gerne mitteilen.

fceh.net: Apropos Personalien: Wie sieht´s mit  Neuzugängen aus? Rüstet der FCEH auf oder muss sogar Abgänge kompensieren?

Karl Poschenreithner: Ich hoffe, dass es keine oder nur wenige Abgänge gibt (Anfragen aus dem Ausland soll es ja bereits geben). Neuzugänge hoffentlich nur ganz mild, sprich 1 bis 2 Spieler, um das gute freundschaftliche Gefüge nicht zu gefährden. Eine Sitzung wäre da noch erstrebenswert.

fceh.net: Wie funktioniert das Mannschaftsgefüge? Immerhin gibt es Spieler, die vom Alter her ein Vater-Sohn-Verhältnis haben könnten.

Karl Poschenreithner: Das ist ein Punkt der mich, bei allem „Kasperle spielen“ von mir, wirklich tief berührt. Da sitzen Leute zusammen- Gerüchten zufolge manchmal auch bis in der Früh bei höchstens ein, zwei Getränken- die 10, 15 Jahre „trennen“ (sollen es auch vielleicht ein paar Monate mehr sein) und die können über Sport und Persönliches reden, wie wenn sie sich schon ewig kennen. SUPER!!

fceh.net: Andi, wenn du dir eine Veränderung wählen könntest, was würdest du dir für die neue Saison wünschen?

Andi Hanisch: Schlagartig würden mit da nur zwei Sachen einfallen. Einerseits hoffe ich, dass es gelingt die Fangemeinde zu erweitern und andererseits würde ich mir wünschen, dass die Endstation nächste Saison schafft was ihr diese nur knapp misslungen ist und zwar eine perfekte Heimsaison zu spielen.

fceh.net: Und du, Karl?

Karl Poschenreithner: An Veränderung würde ich mir nur wünschen, dass wir uns in der Kabine 15 Minuten  vor dem Spiel Zeit nehmen und in Ruhe über Aufstellung, Taktik und Allfälliges reden.

15 Minuten, das wär alles!

fceh.net: OK, das sollte ja eigentlich zu machen sein. Die Abschlussfrage: Wer gewinnt die Champions League am Samstag?

Karl Poschenreithner: Diese Art von Fußball interessiert mich nicht! Ich kann mich nicht für ein Unternehmen (das sind keine Klubs mehr) begeistern, deren Arbeiter schneller wechseln, als ich meine Leibchen (ich weiß was viele jetzt denken!), deren Arbeiter so geisteskrank viel verdienen, dass sie teilweise wirklich „geisteskrank“ agieren und deren Arbeiter soviel mit der Nationalität ihres Unternehmens zu tun haben, wie ich mit Klavierspielen. Fußball is für mich Emotion, und die kann ich nur ausleben, wenn ich das, was mich begeistern soll, gut kenne. Nehme mir zuwenig Zeit, um tägl. die Sportmeldungen zu verfolgen und zu wissen, ob Herr X heute bei Mannschaft A od. B stürmt und ob er jetzt Damenunterwäsche trägt, seine Haare gefärbt hat, od. nicht. Emotion und Hysterie – ein schmaler Grad.

Andi Hanisch: Es wird sicher drum gehen wer das erste Tor schießt, aber ich glaube doch irgendwie, dass Bayern das Spiel machen wird.

fceh.net: Naja, schau ma mal! Vielen Dank jedenfalls euch beiden!

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